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Was bedeuten die Pflegestufen?

Leistungen der Pflegeversicherung können nur gewährt werden, wenn eine „Pflegebedürftigkeit“ festgestellt wurde. Dieses läuft über einen Antrag, der über die Krankenkasse bei der Pflegekasse eingereicht wird. Auf Basis eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes entscheidet die Pflegekasse, in welche Pflegestufe Ihr Angehöriger eingeteilt wird.

Entscheidend für die Einteilung in eine Pflegestufe ist die Zeit, die zur Pflege benötigt wird. Je länger die Betreuung dauert, desto höher ist die Eingruppierung. Es gibt genaue Berechnungstabellen, für welche Tätigkeit wie viel Zeit angerechnet wird.

Der Einstufungsbescheid in eine Pflegestufe entscheidet dann, wie hoch die bewilligten Leistungen der Pflegekasse sind. Je stärker jemand betroffen ist, desto mehr Unterstützung bekommt er.

Die Pflegestufen:
Pflegestufe 0 – leichte Pflegebedürftigkeit
Pflegestufe I – erhebliche Pflegebedürftigkeit
Pflegestufe II – Schwerpflegebedürftige
Pflegestufe III – Schwerstpflegebedürftige
Der Betreuungsbetrag:

Personen mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ haben seit dem 1.07.2008 Anspruch auf einen Betreuungsbetrag. Dieser Betrag wird auf Antrag von der Pflegekasse bezahlt, wenn besondere Vorraussetzungen vorliegen. Mit der Pflegereform 2012 wurde beschlossen, dass ab dem 1.1.2013 für Personen ohne Pflegestufe Pflegegeld bzw. Pflegesachleistungen gezahlt werden. Diese werden ebenfalls durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung festgestellt.

* Die genannten Werte orientieren sich an der Zeit, die nicht-professionelle Pflegepersonen – meist Angehörige – für die Pflege benötigen („Laienpflege“). Professionelle Fachkräfte können die Aufgabe deutlich schneller und mit mindestens gleichwertigem Ergebnis durchführen.
(Quelle: Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches. Hg. vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V., 2006)