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Wie gehe ich damit um, von der Hilfe anderer abhängig zu sein?

Auf einmal merkt man: Es geht nicht mehr alleine. Vieles fällt schwer oder ist gar nicht mehr möglich: der Einkauf, die Wäsche, das Treppensteigen.

Kaum einer ist darauf vorbereitet, auf Hilfe angewiesen zu sein. Vielen ist es peinlich, um Hilfe zu bitten. Sie schämen sich oder haben Angst, dass ihnen niemand helfen will oder kann. Sich einzugestehen, ohne fremde Hilfe nicht mehr auszukommen, fällt niemandem leicht.

Wie man mit der neuen Erkenntnis umgeht, hängt von der Persönlichkeit ab. Aber auch von früheren Erfahrungen und der Lebenssituation. Besonders Menschen, die immer mit beiden Beinen fest im Leben gestanden haben, fällt es schwer, mit der Situation umzugehen. Aber auch für Angehörige kann es belastend sein.

Um die neue Situation zu verarbeiten, braucht es Zeit. Bei einigen mehr, bei anderen weniger.
Teilen Sie Ihre Gedanken und Gefühle mit Menschen, denen Sie vertrauen. Zum Beispiel Angehörigen, Freunden oder Ihrem Hausarzt. Informieren Sie sich frühzeitig, welche Möglichkeiten der Hilfe es gibt.

Je mehr Sie wissen, desto eher verschwinden die Gefühle der Hilflosigkeit. Äußern Sie rechtzeitig Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse. Besonders dann, wenn die Entscheidung ansteht, die gewohnte Umgebung zu verlassen. Es ist wichtig zu wissen, in welche Hände man sich begibt. Und ein neues Zuhause sorgfältig auszuwählen.

Wichtig bleibt trotz allem der Blick nach vorne: Erkundigen Sie sich nach Hilfen, mit denen Sie Ihren Zustand verbessern können. Nehmen Sie alle Hilfsangebote wahr. Gibt es Reha-Maßnahmen oder Therapieprogramme? Gibt es ein Pflegeheim mit besonders guten Therapieangeboten? Bleiben Sie so aktiv wie möglich. Die Erfahrung zeigt, dass intensive und liebevolle Pflege, gemeinsam mit speziellen Therapien, gut helfen kann, bereits verlorene Fähigkeiten wiederherzustellen.