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Wie spreche ich das Thema »Pflege« an?

Wenn Ihr Angehöriger körperlich oder geistig abbaut, macht sich das oft nur schleichend bemerkbar. Die Reaktionen der älteren Menschen können ganz unterschiedlich sein:
Manche nehmen es mit Sorge zur Kenntnis und machen sich frühzeitig Gedanken, wie ihr Leben weitergehen soll. Andere wollen die Probleme nicht wahrhaben und versuchen, so gut es geht, die Veränderung zu vertuschen – aus Scham, oder um andere nicht zu beunruhigen.

Versucht Ihr Angehöriger Probleme zu verbergen, stehen Sie vor einer schwierigen Aufgabe. Wie sprechen Sie ihn an? Schließlich können die Betroffenen ihren Alltag meist noch einigermaßen bewältigen. Wenn auch mit Einschränkungen.

Es stellt sich die Frage, was Sie erreichen wollen. Ist die Konfrontation mit der eigenen Unzulänglichkeit wirklich nötig? Oder handelt es sich um Defizite, die vor allem die Angehörigen stören? Eine Bestandsaufnahme ist notwendig, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.

Versuchen Sie, die Ursachen für bestimmte Veränderungen herauszufinden: Ist Ihr Angehöriger nicht mehr in der Lage, seine Wohnung sauber zu halten? Oder ist es ihm einfach nicht mehr wichtig, weil er seine Kräfte einteilt, um wenigstens das Wesentliche erledigen zu können?
 
Bleibt die Ungewissheit, ist es irgendwann unvermeidbar, den Betroffenen mit den Problemen zu konfrontieren. Es fällt Ihnen leichter, wenn Sie an die möglichen Folgen denken, die die Defizite mit sich bringen. Dann können Sie das Gespräch mit der notwendigen Offenheit und Entschiedenheit führen – auch wenn immer noch Fingerspitzengefühl nötig ist.

Wie gehen Sie am besten vor?