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Woran erkenne ich, dass jemand ständige Hilfe benötigt?

Meist vergehen Jahre, in denen wir keine Veränderung an unseren Eltern oder anderen Angehörigen wahrnehmen. Sie haben sich in ihrem Umfeld eingerichtet, ihren Rhythmus und bestimmte Gewohnheiten. Verändert sich etwas, werden wir aufmerksam. Dabei ist immer zu bedenken:
Jeder kann sein Leben verändern, egal in welchem Alter. Das muss nichts mit Hilfsbedürftigkeit zu tun haben.

Um festzustellen, ob Angehörige nicht mehr alleine zurechtkommen und in Zukunft dauerhaft Hilfe benötigen, brauchen wir deshalb offene Augen und Ohren. Viele Betroffene sprechen nicht offen über ihre Situation. Weil sie Veränderungen lieber verdrängen, sich schämen oder zu stolz sind.

Haben Sie nur telefonischen Kontakt, lässt sich gerade ein geistiger Abbau schwer feststellen. Sie können nicht wissen, ob alles der Wahrheit entspricht, was Ihr Angehöriger erzählt. Sind Sie sich unsicher, sollten Sie persönlich vorbeischauen. Und auch Hinweise von Freunden, Bekannten oder Nachbarn sollten Sie ernst nehmen. Anders ist es bei einem Unfall oder einer plötzlichen Krankheit. Dann lässt sich schnell erkennen, ob jemand Hilfe braucht oder nicht.

Hier finden Sie eine grobe Checkliste, die Sie dabei unterstützt, Hilfsbedürftigkeit zu erkennen. Von Mensch zu Mensch kann es jedoch große Unterschiede geben.

Körperlicher Zustand

Hat Ihr Angehöriger in kurzer Zeit stark ab- oder zugenommen?
Vernachlässigt er plötzlich die Körperpflege und die Pflege der Kleidung?

Ernährung

Haben sich die Essgewohnheiten und Essenszeiten deutlich geändert?
Oder wird gar nicht mehr gekocht?
Gibt es einen großen Vorrat mit vielen abgelaufenen oder verdorbenen Lebensmitteln?
Oder gibt es fast gar keine Lebensmittel im Haus?

Gespräche/Mentaler Zustand

Macht Ihr Angehöriger unpassende Äußerungen?
Kommt er immer wieder auf gleiche Themen zurück?
Oder fehlen ihm durch Vereinsamung einfach neue Themen und Ereignisse?
Spricht er Bekannte und Verwandte nicht mehr direkt mit Namen an, da sie ihm nicht mehr einfallen?
Werden Zeiten verwechselt oder altbekannte Wege nicht mehr gefunden?

Vereinsamung

Kapselt sich Ihr Angehöriger ab, trifft er sich nicht mehr mit Freunden und Bekannten?
Vielleicht macht ihm nur die Schwerhörigkeit zu schaffen?
Oder hat er Depressionen?
Traut er sich nicht mehr auf die Straße, weil er Wege nicht findet oder weil er Treppen nicht mehr steigen kann?

Wohnung

Riecht es in der Wohnung unangenehm? Liegt das an mangelnder Hygiene?
Gibt es Spuren von Verwahrlosung?
Ist der Wohn- zum Schlafraum umgestaltet, da das Schlafzimmer nicht gefunden oder erreicht wird?

Hilfe ist dringend geboten, wenn es um die Sicherheit Ihres Angehörigen geht. Oder wenn Dritte beeinträchtigt werden.

Fährt Ihr Angehöriger trotz starker Sehstörungen noch Auto?
Wurden Kerzen mehrmals nicht gelöscht oder wird der Herd nicht abgestellt?